Von der Festanstellung zur Selbständigkeit

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von der Festanstellung in die Selbständigkeit als virtuelle Assistentin
Start – von der Festanstellung zur Selbständigkeit

Im folgenden Text möchte ich darüber berichten, wie es dazu kam, dass ich meine Festanstellung gegen die Selbständigkeit getauscht habe. Dabei berichte ich, wieso ich anfing mich in meinem Job zu langweilen, wie ich begann über andere Möglichkeiten nachzudenken und welche Rückschläge es gab.

„Das Geheimnis des Erfolgs ist anzufangen“

Mark Twain

Mein Alltag in Festanstellung

Über 10 Jahre war ich in einem festen Angestelltenverhältnis. Ich arbeitete im kaufmännischen Assistenzbereich und war oftmals „Mädchen für alles“. Ich betreute die täglich anfallenden Arbeiten, wie beispielsweise Eingangspost, Versandunterlagen korrekt abheften, jegliche Korrespondenz und auch die Rechnungsstellung gehörte teilweise dazu. Ich begrüßte Kunden ebenso wie Lieferanten, koordinierte die Belegung der Konferenzräume und half mal hier, mal dort. Das bedeutete, dass ich von jeder Abteilung etwas mitbekam. Sei es Marketing, Personal oder IT.

Die Arbeit plätscherte so vor sich hin und es gab manchen Tag, an dem ich ab der Mittagspause kaum noch etwas zu tun hatte. Doch ich musste bleiben, denn ich hatte feste Arbeitszeiten, die ich unbedingt einhalten musste. Gute Tage waren für mich solche, an denen Messen, Tagungen oder Mitarbeiterfeiern geplant wurden. Leider passierte das seltener, als ich es mir wünschte.

Mit der Zeit verließ mich meine Motivation zur Arbeit zu fahren immer mehr. Ich arbeitete, weil man das eben macht, um Rechnungen zu bezahlen, sozialversichert zu sein und um sich etwas leisten zu können. Tatsächlich wurde ich trotz schöner Reisen und dem zigfachen Kleidungsstück im Schrank zusehends unzufriedener. Ich war zu wenig ausgelastet und unterfordert. „Ich kann mehr und ich will mehr“, manifestierte sich in meinem Kopf. Doch was, wohin, wie weit wollte ich nochmal zurückstecken.

Und vor allem die Frage, ob ich nicht längst den passenden Zeitpunkt verpasst hatte? Wie viele Brüche verträgt mein Lebenslauf überhaupt noch?

Noch ein Sprung zurück

Das Ende meiner Ausbildung als Veranstaltungskauffrau fiel dummerweise genau in die Zeit der Finanzkrise. Aufgrund der miserabelen Auftragslage wurde ich, entgegen der Absprache, nicht übernommen. Nach ein paar Monaten der Arbeitslosigkeit bekam ich einen Job als Assistentin der Geschäftsführung. Zuvor hatte ich schon mit dem Studium der Kulturwissenschaften an der Fernuni Hagen begonnen, das ich nun nebenberuflich in Teilzeit weiterverfolgte.

Seit jeher hatte ich mich für Geschichte und Literatur interessiert. Mein Plan war es, durch das Studium einen Grundstein zu legen, um später, in Kombination mit meiner Ausbildung, als Kulturmanagerin arbeiten zu können. Was ich dabei nicht bedachte, war, dass ich einen Vollzeitjob hatte, studierte und keine Zeit übrig blieb, um Praktika o.ä. zu absolvieren. Resultat: keine nennenswerten Kontakte, keine Praxis. Nach dem Bachelorabschluss lagen meine Prioritäten, aufgrund familiärer Gründe, auch nicht auf meinem beruflichen Weiterkommen.

Konsequenz

Als meine Unzufriedenheit mit meiner beruflichen Situation sich zuspitze und ich sogar anfälliger für Krankheiten wurde, oft grundlos gereizt war, sodass gute Freunde mich darauf ansprachen, wurde mir klar, dass ich dringend etwas ändern musste. Aber was? Wohin? Das Gefühl festzustecken und Chancen verpasst zu haben breitete sich aus. Dennoch zog ich die Reißleine, kündigte tatsächlich meinen Job und meldete mich zu einem Karrierecoaching an.

Erstaunlicherweise tat mir dieser Einschnitt sehr gut und ich war positiv gestimmt. Nach nicht mal 6 Monaten begann ich ein Volontariat in einem kulturwissenschaftlichen Verlag. Es war verblüffend, wie schnell es mit der Stelle geklappt hatte. Ich war sehr glücklich. Nun könnte man meinen, die Geschichte ist nun vorbei, denn da ist es, das Happy End.

Denkste! Schon nach 3 Monaten war mir klar, dass es absolut nicht meine Welt ist. Ich saß den ganzen Tag vorm PC und kontrollierte Manuskripte, erteilte Aufträge für Satz oder Druck. Kaum Abwechslung, nur monotones Abarbeiten. So hatte ich mir das nicht vorgestellt. Meine anfängliche Euphorie schwand zusehends. Ein halbes Jahr hielt ich durch, aber aufgrund meiner Mehrkosten (das Volontariatsgehalt deckte nicht mal meine laufenden Kosten) suchte ich das Gespräch und beendete das Volontariat.

Wieder am Anfang

Nun war ich also genauso weit, wie ein Jahr zuvor, nur dass ich jetzt tatsächlich völlig ratlos war, wohin meine berufliche Reise gehen sollte. Auch die Dinge, die ich während des Karrierecoachings erarbeitet hatte, brachten kein Licht ins Dunkle. Also schrieb und schickte ich wieder Bewerbungen raus, auf Stellen, die für mich seelenlos waren und beliebig. Wahrscheinlich merkte es man meinen Bewerbungen an, obwohl ich mir wirklich große Mühe gab zu überzeugen.

Zudem bewarb ich mich auch bei Kultureinrichtungen. Und es kam sogar zu Gesprächen, doch bei keinem hatte ich am Ende das Gefühl, dass genau das mein Job ist. Und ich fragte mich, warum es mir so schwer fiel, dass richtige zu finden. Habe ich zu hohe Ansprüche? Weiß ich eigentlich, was ich will? Ich habe es ein weiteres Mal mit einem Coaching versucht, dass völlig in die Hose ging, da die Beraterin mir in erster Linie vorhielt, was ich alles nicht kann und nicht habe. Am Ende war ich am Boden zerstört und dachte, ich finde niemals wieder einen Job.

Lichtblick

Bis ich auf einen noch relative neuen Berufsstand aufmerksam wurde: Virtuelle Assistenz. Ich muss nicht viel investieren. Kein Ladenlokal o.ä. anmieten, keine aufwendige Einrichtung, nur einen Laptop, ein bisschen technischen knowhow, eine Internetverbindung und keine Scheu vor neuen Dingen – das konnte ich bieten.

Ich erinnerte mich daran, dass ich in der Ausbildung schon einmal überlegt hatte mich selbständig zu machen. Mir gefiel der Gedanke unabhängig zu sein, was eigenes aufzubauen und ortsunabhängig zu arbeiten. Auf der anderen Seite sind da natürlich die immensen Kosten für die Sozialversicherungen, die Unsicherheit, ob man mit dem, was man anbietet tatsächlich Kunden findet. Ich habe recherchiert und Informationen zusammengetragen.

IST – Zustand

Schlussendlich hatte ich nichts zu verlieren, nur etwas zu gewinnen und ich habe den Schritt in die Selbständigkeit gewagt. Nun bin ich noch recht frisch dabei. Erstaunlicherweise merke ich, dass zwar von Anfang an wusste, wo meine Stärken liegen, ebenso wie ich wusste welche Fähigkeiten und Kenntnisse ich gerne einsetzen möchte, doch mir stellenweise noch das Selbstbewusstsein fehlt, dass deutlich herauszustellen. Auch wenn ich noch etwas Zeit brauche, an eine Rückkehr in eine Festanstellung ist erstmal nicht zu denken.

Da vielfach Social Media Marketing nachgefragt wird, dachte ich, ich müsste auf den Zug aufspringen, obwohl mich das Thema nur bedingt interessiert. Mein Leidenschaft ist und bleibt die Organisation von Veranstaltungen aller Art, die Kommunikation mit und für Menschen und vor allem die Liebe zur Literatur und zur Geschichte. Und genau das möchte ich machen. Eventplanung und – organisation und Texte für den kulturwissenschaftlichen Bereich verfassen. Das entspricht mir. Ich kann nämlich sowohl großen Trubel managen als auch für mich alleine über einem Text brühten.

Gerne unterstütze ich dabei Unternehmen, Vereine, Städte und Gemeinden oder Einrichtungen bei der Planung von Veranstaltungen (Seminare, Tagungen, Workshops, Mitarbeiterfeiern, Jubiläum, Kulturveranstaltungen jeder Art – alles natürlich auch unter den aktuellen Hygienevorschriften oder online). Für meine Kunden das bestmögliche Ergebnis zu erzielen ist es, was mich motiviert, meine Selbständigkeit voranzubringen, um als virtuelle Assistentin mit meinen Fähigkeiten, Kenntnissen und Erfahrungen erfolgreich zu sein.

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